Aufgrund unserer Sattelodyssee und auch wegen dem ständigen Wachstum von Baron kamen wir nicht viel zum Reiten. Die Kniebänder waren die letzten Monate immer noch zu lang und sie hakelten immer wieder mal. Muskelaufbau war also angesagt, in Verbindung mit homöopathischer Behandlung.
Seit zwei Wochen nun geben die Knie Ruhe. Ich hoffe, dass Baron nicht mehr wachsen wird, er ist schon 1,64 m groß und das reicht mir auf jeden Fall.
Natürlich waren wir fleißig über den Winter und haben unsere Handarbeit ausgebaut. Das Longieren wird immer mehr eine Art Zwiegespräch, Baron trägt sich schön am inneren Hinterbein und zeigt eine gute Grundspannung bei aktiver Hinterhand. An der Longe machen wir vor allem viele Übergänge, zB Arbeitstrab - 3 Galoppsprünge - Arbeitstrab - 2 Galoppsprünge - usw. Diese Arbeit begünstigt den Muskelaufbau und die Durchlässigkeit.
Die Longierarbeit nutze ich generell zum Lockern der Rückenmuskulatur und auch schon zum vorsichtigen Versammeln, natürlich weiterhin nur mit Kappzaum ohne Hilfszügel.
An der Hand dehnt sich Baron schön zum äußeren Zügel hin, der innere ist meist sehr leicht und wird nur zum Lösen benötigt.
Die Seitengänge sind gut installiert, im Schulterherein achte ich auf Barons natürliche Schiefe. Baron ist rechts hohl, deshalb möchte ich auf der linken Hand ein Schulterherein mit viel Biegung und wenig Abstellung. Auf der rechten Hand wenig Biegung, aber mehr Abstellung. Bei viel Biegung auf der rechten Hand würde er mir noch mehr auf die linke Schulter fallen und Ziel ist doch das geradegerichtete Pferd.
Durch diese Arbeit hat sich die Schiefe schon merklich gebessert. Im Travers wird die Schiefe natürlich auch berücksichtigt.
Ganz wichtig ist, sich nicht in den Seitengängen zu verlieren. Nicht seitwärts reiten um der Lektion willen. Das Pferd wird durch die Seitengänge geradegerichtet und deshalb das Pferd auch immer wieder in ein frisches Vorwärts entlassen.
Schritttraversalen und daraus Renvers klappen auch schon gut, wobei hier die komplette Biegung inkl. Schweif nicht immer 100 % ist. Das wird unter dem Sattel dann sicher leichter, hier fehlt mir an der Hand der innere Schenkel. Aber immer öfter klappt es doch! Die Kleinarbeit macht sich bezahlt.
Auch an der Versammlung arbeiten wir seit einigen Wochen. Es ist ein Spielen mit dem Schwerpunkt, damit sich Baron seines Körpers noch bewusster wird. Er verfügt über ungemein viel Elastizität in der Hinterhand und bietet Hankenbug oft freiwillig an. An der Hand nehme ich dieses Angebot gerne an.
Dieses Federn in der Hinterhand soll einerseits motivieren - Baron hat irrsinnig viel Spaß, sich zu präsentieren - und andererseits die Hankenbiegung ohne Zwang erarbeiten. Aber man darf sich dabei nicht selbst belügen, das hat noch sehr wenig mit korrekter Versammlung in den drei Grundgangarten zu tun. Die aber bei einem knapp 5jährigen auch noch nicht nötig ist, nicht umsonst gibt es die Bezeichnung "Junge Remonte" und "Alte Remonte".
Weiterhin arbeiten wir an der Hand auf Trense in Kombination mit Kappzaum. Um die Hinterhand unter den Körper zu bekommen, versuchten wir uns an Trab-Halt-Trab-Übergängen und als die schon gut klappten, gingen wir zu Trab-Rückwärts-Trab-Übergängen über. In diesen Reprisen, die ich ohne Zwang ausübe, bietet Baron oft schöne Halbe Tritte und Levaden an. Ganz besonders wichtig ist mir aber hier auch: Vorwärts! Nie in Schönheit sterben und das Pferd langsam strampeln lassen.
Die korrekte Versammlung ist ein Prozess, der wachsen muss, sich mit kleinen Schritten zufrieden geben, man wird die Früchte dann sehr bald ernten können. Das Pferd wird durch die Ausbildung schöner!
mehr Bilder dazu: Handarbeit und Frei spielen