Ohne Basis läuft nun mal nichts! Hier muss man sich ein festes Fundament aufbauen, auf das man später immer wieder zurückkehren kann.
Ein glücklicher Zufall bescherte mir Reitstunden bei Michaela Erhardt, die nun wieder in meiner Gegend beruflich tätig ist und somit Zeit für Baron und mich hat.
Schon nach den ersten Stunden sind die Fortschritte enorm, ein kontrollierender Blick von unten ist nun mal durch nichts zu ersetzen. Noch dazu liegen wir auf einer Wellenlänge, was die Ausbildung des jungen Pferdes angeht. Die Ausbildungsskala liefert hier einen Leitfaden, der jedem Reiter, der sein Pferd ausbildet, hilft und einen Weg vorgibt. Wobei darauf zu achten ist, dass die Ausbildungsskala nicht Punkt für Punkt abzuhaken ist! Ganz im Gegenteil, die einzelnen Punkte sind in jeder Einheit enthalten und greifen ineinander.
Nach einigen Runden am längeren Zügel lösen wir Baron und mich mit vielen Übergängen, anfangs Schritt-Halt-Schritt, wobei ich hier auf einen prompten Antritt mit feinsten Hilfen achte. Später kommen auch Trab-Schritt-Trab-Übergänge dazu, auch Trab-Halt-Trab haben wir in unser Programm aufgenommen.
Am Zirkel darf sich Baron im Trab in Dehnungshaltung (Kopf auf Buggelenkshöhe auf Grund seiner Anatomie - hier wird die Oberlinie ideal gedehnt) strecken, wieder viele Übergänge, dadurch lässt er sich schön los, schnaubt viel ab und trabt mit einem schönen Spannungsbogen mit Nase vor der Senkrechten.
Immer wieder unterbreche ich die Zirkelarbeit, in dem ich ganze Bahn am 2. Hufschlag die Tritte verlängere, Schlangenlinien in 3 Bögen mit jeweils Schrittübergängen auf der Mittellinie. Auch 10m-Volten funktionieren schon sehr gut, wobei hier die Schulterkontrolle noch verbessert werden muss.
Immer wieder darf sich Baron zwischendurch am langen Zügel strecken.
Das Einrollen wird immer weniger, die Hinterhand wird immer aktiver. Bequemer wäre für ihn sicher ein wenig "schlurfen", aber hier fordere ich ihn immer wieder freundlich auf, er reagiert hier schon sehr fein, das Pferd kommt vor den Schenkel und an den Zügel!
Galopparbeit ist unsere neue Lieblingsübung. Baron ist derart ausbalanciert, dass sein Galopp einfach nur Suchtpotential hat. Schön getragen, viel Pferd vor mir, galoppiert er ohne Probleme Zirkel und 2. Hufschlag. Auch galoppiert er immer korrekt an, was auch für sein Gleichgewicht spricht. Hier spürt man die Qualität dieses Pferdes.
Die nächsten Einheiten möchte ich die Übergänge Trab-Galopp-Trab verfeinern und eine prompte Reaktion auf die Galopphilfe ohne Schenkel. Denn Ziel ist es, ein Pferd ohne Schenkeleinsatz in den Grundgangarten zu halten.
Auch Halbe Paraden stehen am Trainingsplan, damit ich den Raumgriff der Tritte variieren kann und er besser am Sitz ist.
Sobald wir die 8m-Volten korrekt absolvieren, fangen wir peu à peu mit den Seitengängen an, wobei ich hier absolute Priorität auf den Gang lege. Gang vor Seitwärts!
Einige Schritte im Konterschulterherein haben wir immer schon einmal eingebaut, die Seitengänge kennt Baron alle von der Handarbeit, hier sehe ich keine Schwierigkeiten. Wichtig ist das frische Vorwärts und dass man sich nicht in der Seitengängeritis verliert, denn...
...reite Dein Pferd vorwärts und richte es gerade!
Gustav Steinbrecht (1808 - 1885)