Die Einteilung in Junge und Alte Remonte macht für mich Sinn, wobei ich als Junge Remonte ein Pferd im ersten Ausbildungsjahr bezeichne, ein Pferd im zweiten und dritten, eventuell sogar vierten Ausbildungsjahr als Alte Remonte.
Die junge Remonte soll ihre natürlichen Gänge unter dem Reiter wiederfinden, von dieser Zwanglosigkeit gelangt man zur Losgelassenheit.
Durch den Spannungsbogen aus der Hinterhand über den Rücken und das Arbeiten von hinten nach vorne wird die feine Anlehnung erarbeitet und das Pferd lernt, sich sowohl im Genick, Hals auch auch in den Hanken zu biegen bzw. zu beugen - die Hanken tätig zu machen. Dies beinhaltet noch keine gewollte/echte Versammlung, aber nur mit einer gelösten Hinterhand (Hüfte - Knie - Sprunggelenk), die ihre volle Schubkraft entfaltet, kommt man zu einer reellen Tragkraft. Der Reiter soll als höchstes Ausbildungsziel sowohl Schub- als auch Tragkraft wie zwei Waagschalen benützen können.
Über die Arbeit mit der Jungen Remonte setze ich gerne die Überschrift: Lösen, lösen und noch einmal lösen. Takt, Losgelassenheit, Anlehnung. Die Skala der Ausbildung bietet eine wunderbare Richtschnur.
Die Alte Remonte gelangt zu Schwung und Selbsthaltung, auch durch die Erarbeitung der seitlichen Biegungen. Die Seitengänge stehen nie als Lektionen für sich, jedes Pferd verlangt aufgrund seines Körperbaus und seiner natürlichen Schiefe nach einer individuellen Ausführung - damit das wichtige Ziel der Geraderichtung erlangt wird.
Auch mit der Alten Remonte - mit jedem Pferd - fängt man jeden Tag wieder an der Basis der Ausbildungsskala an, wobei sich die Lösungsphase mit zunehmender Ausbildung und Gymnastizierung auf ein Minimum reduziert. Die Durchlässigkeit, Schwung und Geraderichten sehe ich in diesem Abschnitt als zentrales Thema. Die Anlehnung ist für mich der Dreh- und Angelpunkt in der Pferdeausbildung und legt Zeugnis ab über die Arbeit an der Hinterhand.
Mein großes Ziel in der Ausbildung meines Pferdes:
Die Kraft aus der Hinterhand durch den tätigen Rücken in meine Hand fließen zu lassen,
einen Rückengänger auszubilden.
