Sommerzeit, Urlaubszeit...


August 2009

Einzeltraining mit Michi Erhart

Eine halbe Stunde vor Eintreffen von Michi drehe ich mit dem gesatteltem Pferd einige Runden zum Aufwärmen. An der Hand darf Baron übertreten, ich lasse ihn schon an der Hand an den äußeren Zügel herantreten, immer im Wechsel nach vorne heraus. Einige lange Seiten Schulterherein zum Lösen.

Nach dem Aufsteigen gehen wir noch einige Runden am hingegebenem Zügel, für mich sind diese ersten Minuten immer das Allerwichtigste. Ich konzentriere mich auf das "Fühlen", sitze zentriert und bemühe mich, keine bewussten Hilfen zu geben - nur sitzen.

Langsam nehme ich die Zügel kürzer und reite mit bewusstem Sitz weite Biegungen, zB Zirkel, Diagonale wechseln, Volte in den Ecken. Diese Hufschlagfiguren im Schritt dienen mir zur Überprüfung der Tagesverfassung von Baron.

Ich gehe zum Schulterherein an der langen Seite über. Vor zwei Monaten hat Baron die "Seite" gewechselt, somit reite ich ihn linke Hand mit mehr Abstellung und weniger Biegung. Peinlich genau achte ich auf das äußerer Hinterbein. Immer wieder geraderichten, dann wieder Schulterherein, geraderichten, zulegen...viel loben. Nach kurzer Zeit habe ich Baron am äußeren Zügel und der Unterschied im Sitzgefühl, wenn die Biegung korrekt durch das Pferd geht, ist genial.

Rechte Hand möchte ich weniger Abstellung, dafür aber mehr Biegung. Dies fällt ihm schwerer, aber mit viel Lob und immer wieder Streckenlassen wird die Schulterkontrolle immer besser.

Die ersten Abschnauber kommen, Baron dehnt sich schön in die Hand und ich kann die Zügel im Schritt aus der Hand kauen lassen.

Nach einem erneuten Strecken am hingegebenem Zügel nehme ich diese halb auf und trabe leicht ab. Mir ist ein frisches Vorwärts wichtig, weite Biegungen, viele Handwechsel. Schlangenlinien in 3 Bögen nehme ich hinzu, Michi ist in der Zwischenzeit auch eingetroffen.

Wir arbeiten in den Schlangenlinien im Trab an den Übergängen in den Geraden zum Schritt. Linke Hand muss ich aufpassen, damit mir Baron nicht auf die innere/linke Schulter fällt. Je besser er den linken Schenkel annimmt, umso besser gelingt es.

Immer wieder ein leichtes Zulegen, dann wieder einfangen. Die ersten Takte aussitzen, gerne wechsle ich ab ... 2...1...3...2...

An der langen Seite im Trab ein leichtes Konter-Schulterherein, hier bietet er sich sehr an, wir machen dies erst seit Kurzem, nur ein paar gute Tritte, geraderichten und loben!

Auf dem Zirkel gehen wir Galoppübergänge an. Angaloppieren aus dem Schritt oder Trab, sitzen, sitzen, sitzen...Baron setzt sich genial und die Hinterhand ist sehr aktiv. Je besser der Sitz von mir, umso besser wird der Übergang in den Trab, heute sehr gut gelungen und reproduzierbar. Schön von hinten nach vorne über den Rücken.

Auch im Galopp ist mittlerweile eine Korrektur der Schulter oder Aktivierung eines Hinterbeines möglich, dies ist einfach Baron's Gangart.

Nach der Galopparbeit ist der Trab schon gut versammelt, ich sitze mehr aus und wir gehen an die Volten. Hier trennt sich die Spreu vom Weizen. Nur wenn alles "passt", gelingt die Volte so, wie ich sie mir vorstelle. Hier muss für die 10m-Volte die Schulterkontrolle und Reaktion auf den äußeren Schenkel noch besser werden.

Immer wieder darf sich Baron strecken, am hingegebenem Zügel Schritt gehen und bekommt sein verdientes Leckerlie.

Besonders mit dem Konter-Schulterherein war ich heute sehr zufrieden, für die Kürze des Trainings in dieser Lektion ist die Ausführung sehr passabel.

Der Galopp ist immens wichtig für seinen Rücken, hier muss er aufmachen und die äußere Seite dehnen, im Trab kann er sich eher verhalten, hier ist mir ein Wechselspiel von zulegen un einfangen wichtig, das Klemmen ist mittlerweile nur noch selten zu fühlen.

Meine rechte Schulter, die ich gerne hochziehe, war heute gut unter Kontrolle, das Einknicken in der linken Hüfte muss ich immer wieder kontrollieren und korrigieren.

Nach einer Stunde Training bringe ich ein verschwitztes, aber zufriedenes Pferd auf die Koppel!



(c) Schoeppl.info - Last modified: 15.09.2009