Die Knie hakeln, es wird kalt!


Wie jedes Jahr in der Übergangszeit hakeln auch dieses Jahr wieder vermehrt die Knie. Baron wird chiropraktisch durchgecheckt und eine Akupunktur des Lebermeridians hilft deutlich. Da ein komplettes "Wegstellen" die Symptome noch verschlimmert, verlagere ich das Training die ersten Wochen im Oktober in's Gelände, steil bergauf macht den Rücken auf und die Muskulatur an der Hinterhand stärkt und stabilisiert den Bänderapparat rund um die Knie. Begleitend bekommt er natürlich wieder eine Schüssler-Salze-Kur. Damit konnte ich das Knie-Hakeln wieder gut in den Griff bekommen und Ende Oktober lief er wieder relativ symptomfrei.

Da mittlerweile die Paddockzeit begonnen hat, giert Baron auf das tägliche Training. Auch, weil sein Spielkumpel leider verletzt ist und Boxenruhe hat. Nur mit seinen Mädels ist ihm viel zu langweilig. Ich genieße es, ihn mittlerweile gut arbeiten zu können, seine Guckigkeit wird er wohl nie ganz verlieren, er ist einfach ein Kasperl. Aber er ist so rittig und durchlässig, dass sein Wegspringen kein großes Thema mehr ist. Besonders "gefährlich" sind Licht-Schatten-Übergänge, diese Schatten fressen wohl kleine Frederiksborger...

Vermehrt baue ich wieder Stangentraining ein, diese Arbeit tut ihm sichtlich gut, der Widerrist hebt sich, die Hinterhandaktivität bessert sich noch mehr und Baron streckt sich durch den ganzen Körper.

Die Lösephase habe ich dahingehend geändert, dass ich Baron sehr viel im Schritt löse, über Seitengänge, über große Biegungen, übertreten am längeren Zügel auf einer großen Volte. Auch arbeite ich gerne in Konterstellung auf dem Zirkel, einige Meter geraderichten, umstellen, daraus angaloppieren.

Travers klappt schon gut, wir tüfteln an den Traversalen, die ich aus der Ecke kehrt beginne und  mit Renvers beende. Wichtig ist mir, dass ich nach jedem Seitengang ein frisches Vorwärts fordere. Als Belohnung für das Pferd und als Maßnahme, dass mir nicht der Schwung und die Hinterhandaktivität abhanden kommt. Somit kann ich gewährleisten, dass mein Pferd vor dem Schenkel ist. Das Klemmen ist ja schon lange Vergangenheit. Auch das Schulterherein im Trab läuft er schon ganz gut, wobei mein Sitz hier noch ausbaufähig ist. Kruppeherein im Trab ist seine Lieblingslektion, da muss ich sehr aufpassen, dass er mir die Hinterhand nicht zuviel reinstellt.

Seit Kurzem haben wir Kontergalopp auch im Trainingsprogramm. Dies fällt Baron wie alle Galopplektionen sehr leicht, wobei es natürlich anstrengend für ihn ist. Aber es ist einfach ein traumhaftes Gefühl und die Begeisterung von mir überträgt sich auf das Pferd.

Sehr oft kommt es vor, dass ich zum Schluss anhalte, ganz begeistert vom Pferd springe und Baron ebenfalls "begeistert" brummelt, er weiß, er hat seine Sache sehr gut gemacht!



(c) Schoeppl.info - Last modified: 12.11.2009