Dieses Zitat stammt von Paul Gauguin und passt sehr gut als Umschreibung für meine Arbeit im Februar. Der Winter hat uns leider fest im Griff, der Hallenboden ist relativ fest gefroren, sehr wenig Tretschicht ist vorhanden. Aber ich bin nicht ohne Hoffnung, dass es doch irgendwann wieder wärmer wird. Inzwischen müssen wir mit der Witterung klar kommen.
Meine eigene Schiefe störte mich schon immer, denn dieselben hohen Ansprüche, die ich an meine Arbeit mit Baron stelle, stelle ich auch an mich. Doch der innere Schweinehund beruhigte mich immer wieder...
Dies sollte sich nun ändern. Ich begann vor wenigen Wochen mit Yoga und war baff, welche Auswirkungen diese Übungen, hauptsächlich die Atem-Übungen, auf mein Körpergefühl hatten. Hilfreich war natürlich auch, dass ich im vergangenen Kalenderjahr mein Kampfgewicht um zwanzig Kilogramm reduzieren konnte, das jetzige Idealgewicht möchte ich halten, aus gesundheitlichen Gründen und natürlich auch für mein Pferd, das die Kilos tragen muss.
Seit Anfang 2009 bin ich glückliche Nichtraucherin, auch das hat wesentlich zu einer Verbesserung meiner Lebensqualität beigetragen.
Gerne vergesse ich am Pferd das korrekte Atmen, aber ohne Atemfluss verliert man alles. Ich versuche mich nun also schon seit einiger Zeit im tiefen Atmen und auch wenn es anfangs für mich sehr ungewohnt war und ich über mich selbst lachen musste, Baron reagiert immens darauf.
Die Yoga-Übungen lockern meinen Körper und dehnen verspannte Muskelpartien. Zusätzlich gehe ich zwei Mal wöchentlich zur Physiotherapie, in der mit Strom- und Ultraschallanwendungen an meinen Fehlhaltungen gearbeitet wird.
Jeder, der einen sitzenden Beruf ausübt, kennt das Problem, nach einigen Stunden Arbeit vor dem PC locker auf das Pferd zu steigen. Deshalb ist es wohl das Mindeste, auch an sich selbst so zu arbeiten, wie ich es von meinem Pferd verlange.
Schon jetzt - nach nur wenigen Wochen Therapie und Übungen - spüre ich eine Veränderung in meinem Körpergefühl, im Sitz und in der Wahrnehmung. Auch zeigt Baron deutlich, wie sehr ihm meine verbesserte Lockerheit gefällt. In nächster Zeit kommen einige Sitzlongen dazu, darauf freue ich mich schon sehr. Niemand darf sich zu gut sein, regelmäßig Sitzlongen zu absolvieren, gutes Reiten reduziert sich letztendlich immer auf den Sitz.
Aber es ist noch ein weiter Weg und oft muss ich gegen meine Bequemlichkeit ankämpfen, aber die Arbeit tut mir gut, was sind wir ohne unseren Körper. Und ich merke die Fortschritte im reiterlichen Bereich. Arbeit am eigenen Sitz ist nie vergeudete Zeit.