Dieses Zitat vom römischen Dichter Horaz beschreibt sehr treffend unsere Trainingseinheiten.
Baron möchte arbeiten und ist mehr als fit. Fünf mal die Woche wird er mindestens gearbeitet, seit Kurzem schiebe ich je nach Tagesverfassung am Wochenende eine zweite tägliche Einheit ein. Er blüht mit jedem Training mehr auf, ich freue mich jeden Tag über die Leistungsbereitschaft und Motivation meines Pferdes - er will gefallen! Die schonende Ausbildung der Remonte macht sich bezahlt.
Ich beginne wie fast immer mit lösender Handarbeit, auch hier sind die Fortschritte groß. Die obere Verspannung sieht man arbeiten, locker führt er das Übertreten in Stellung und Biegung aus. Auch mental hat er sich immens weiterentwickelt, meist sind die ersten Abschnauber schon beim Führen in die Halle zu hören. Es gibt nichts Schöneres für den Reiter als ein Pferd, das so begierig auf Arbeit ist.
Nach dem Aufsteigen drehe ich gerne einige Runden am hingegebenem Zügel, baue weite Biegungen in Form von Bahnfiguren ein und achte auf einen fleißigen Schritt mit nach vorne-unten gedehntem Hals.
Die Seitengänge sind mittlerweile gut in das tägliche Pensum integriert, auch wenn uns teilweise noch die Konstanz dabei fehlt. Daran arbeiten wir.
Ich achte vor Allem auf einen Wechsel Seitengang und daraus frei nach vorne heraus mit Tendenz zum Mittelschritt. So kann ich ein etwaiges Klemmen verhindern oder korrigieren.
Mein Trainer gibt uns immer wieder Tipps für verschiedene Übungsabfolgen, die ich im Training gerne einsetze oder auch variiere.
Renvers auf der Mittellinie verbessert die Schulterkontrolle, im Schulterherein hat sich Baron sehr verbessert, seitdem ich mit mehr Abstellung arbeite.
Die Übergänge in den Trab sind sehr zufriedenstellend, generell haben wir im Trab jetzt "sein Tempo" gefunden, ohne Klemmen, über den Rücken, wobei die Hinterhand noch aktiver sein könnte.
Im Trab und Galopp arbeite ich an meinem Sitz, damit ich diese Schubentwicklung auch sitzen kann. Dies fällt mir nicht leicht, aber wie heißt es so schön: Man wächst an seinen Aufgaben.
Im Trab versuchen wir uns am Schenkelweichen und ich bemerke eine generelle Verbesserung der natürlichen Schiefe, insbesondere in Volten und der Arbeit auf der Mittellinie.
Weit über diese technischen Aspekte hinaus fasziniert mich mein Pferd hinsichtlich seiner mentalen Veränderung. Immer gelassener und zufriedener absolviert er sein Pensum, die Lösungsphase scheint immer kürzer und seine Guckigkeit wird immer berechenbarer, Baron auf dem Weg zum Verlasspferd. Okay, bleiben wir bei der Wahrheit, da ist halt Leben drin, aber er wird ruhiger durch das Training, ausgelastet. Besonders bemerkenswert ist die absolute Konzentration in der Arbeitsphase, in der das gesamte Pferd in sich hineinhört, sich nur noch auf den Reiter und sich selbst konzentriert, das ist für mich wahre Harmonie.
Baron läuft einfach nur genial, seine Bemuskelung ist sehr zufriedenstellend und verändert sich laufend noch zum Positiven. Auch sein seicher Rücken profitiert durch das Training und wird stabiler. Es bewahrheitet sich der Spruch:
Die Dressur ist für das Pferd da und nicht das Pferd für die Dressur!