Erster Auswärtskurs für Baron und mich


Es wurde spannend, der Tag X rückte näher, Hänger organsieren, alles zusammenpacken, die Frage, ob mein Adeliger in den Hänger steigen wird?

Natürlich hat er wie immer die Situation souverän gemeistert, stieg ohne zu üben sofort in den Hänger und stand auch total ruhig.

Am Reiterhof Kleineder/Christkindl angekommen, hat er natürlich schon zeigen müssen, dass er jetzt hier ist. Aber das gehört genauso zu Baron's Charakter und er lässt sich immer gut händeln.

Am Freitag Abend hatte ich ein sehr interessantes Gespräch mit einem guten Sattler, es wird wohl langfristig jetzt doch ein Maßsattel werden, dann habe ich auf Dauer einen schönen Sattel, der auch auf Baron's Anatomie eingeht und hoffentlich dann auch passt.

An dem Wochenende durfte ich mir netterweise von Sebastian einen Wintec ausleihen, der nicht so schlecht lag und mit dem Baron gut ging.

Das erste Mal in einer fremden Halle war natürlich aufregend, nach 10 Minuten war ich fast taub, da Baron so rumbrüllte. Er war nervös, aber ich war ja auch aufgeregt, nur durch das Üben solcher Situationen wird es besser. Es ist für mich eine Grundvoraussetzung, dass sich eine Remonte (und natürlich auch höher ausgebildete Pferde) alleine in einer fremden Halle reiten und arbeiten lassen. Das ist das kleine Einmaleins der Pferdeausbildung.

Aber als ich Baron das Vertrauen bewies und die Zügel lang ließ, war es für ihn auch relativ ok, ab und zu musste er zwar noch schreien wie eine Dampflock, aber das störte uns dann nicht weiter.

Sebastian bemängelte sogleich einige Dinge, das Einrollen, meine zuppelnden Hände und die zu inaktive Hinterhand. Ich habe mich sehr über die Kritik gefreut, denn genau deshalb war ich ja hier. Ich möchte keine Schönrederei, Baron geht nicht schlecht, das weiß ich auch, aber ich will ja weiterkommen und auch das Pferd besser gymnastizieren und optimal fördern.

Also war Hand vor und ein wenig "Gas geben" angesagt. Ich hatte das Gefühl, dass ich viel zu schnell trabe. Aber Sebastian ritt ihn dann am Samstag, was sehr interessant für mich war, einen fremden und vor allem guten Reiter auf meinem Pferd zu sehen.. Da bemerkte ich dann auch, dass das ein ganz normaler Arbeitstrab war. Es fühlt sich nur durch die sehr großen Bewegungen im Rücken so "schnell" an.

Baron hat einen sehr hohen Muskeltonus und durch den kurzen Rücken verspannt er sehr leicht. Dazu kam die fremde Umgebung, aber es gab immer wieder Phasen, wo er sich schön lang nach vorne AN das Gebiss streckte und hinten schön durchschwang.

Auch übten wir uns am Übertreten zu dritt, Zirkel reiten - es waren eher noch Eier - und auch schon ein leichtes Konter-SH OHNE Zügel. Jahaaaa, das ist sehr schwierig, aber auch meine Hände werde ich unter Kontrolle bekommen, Baron verzeiht keinen Fehler und rollt sich sofort ein. Er ist also sozusagen mein bester Lehrmeister.

Baron bietet die Versammlung und Hankenbeugung immer wieder an, aber bevor sich dieses Pferd versammeln darf, muss er frei vorschwingen und darf nicht "klemmen". Wenn ich diese Klemmigkeit jetzt nicht korrigiere, wird mich der Fehler in einigen Jahren einholen. Und die Versammlung stellt bei Baron sowieso kein Problem dar.

Eine Videoanalyse halt mir auch sehr gut meine Fehler gezeigt, ich werde mich auch daheim jetzt öfter filmen lassen, da der Lerneffekt sehr hoch ist.

Aber mittlerweile - ca. 4 Wochen nach dem Intensivwochenende - ist das Einrollen schon fast gänzlich beseitigt, Baron kommt auch mehr von hinten. Klar, wenn er vorne nicht von der Hand blockiert wird.

Seitengänge stelle ich trotzdem noch etwas zurück, dafür muss er mir noch etwas mehr am Gebiss! und vorm Schenkel sein. So ein richtiges Zünden in's Vorwärts. Was nicht "Schnellreiten" bedeutet!

Mir hat an dem Wochenende die entspannte Atmosphäre, der geniale Stall (super Verpflegung, Baron war sehr gut aufgehoben) und vor allem natürlich der Unterricht gefallen. Auch habe ich sehr viel durch das Zuschauen bei den vielen Berittpferden mitgenommen.

Es wird sicher nicht das letzte Mal gewesen sein, ein Danke an das Team Zentaurus und Sebastian, der mir meine vielen Fragen immer beantwortet hat, und auch ein herzliches Danke für die gute Versorgung von Baron im Stall Kleineder!

Leider sind keine Fotos gemacht worden, da ich alleine in Steyr war. Beim nächsten Mal gibt es auch Bildmaterial, versprochen.



(c) Schoeppl.info - Last modified: 21.10.2007