25. - 26. April 2009


Zentaurus

Anatomisch richtig reiten

2-tägiger Kurs in Ainring/Nähe Freilassing - Salzburg

25. - 26. April 2009


Durch die Organisation von Alice (danke noch einmal) kam ein Kurswochenende mit Sebastian in der Nähe von Salzburg zustande, für uns natürlich viel einfacher zu erreichen als Steyr. Da meine Miteinstellerin Michi mittlerweile auch recht viel in Richtung Dressur trainiert, darüber hinaus über sehr viel Gefühl für ihr Alter verfügt, habe ich ihr auch einen Kursplatz organisiert.

Voller Vorfreude übten wir mit unseren Pferden das Verladen, beide Pferde waren noch nicht zu zweit im Hänger gefahren worden. Somit war das Verladen am Samstag dann für Beide kein Problem mehr, ganz routiniert und relaxt stiegen sie in den Hänger und Michi's Vater fuhr uns zum Kursstall.

Wir wurden sofort von Birgit, der Stallbesitzerin, herzlich begrüßt. In einer Nacht- und Nebelaktion hatten sie extra Paddockboxen für unsere Pferde aufgestellt, das gesamte Wochenende war perfekt durchorganisiert, es wurde gegrillt, die Verpflegung war sehr gut und wir mussten und durften uns um nichts kümmern. Somit konnten wir uns ganz auf den reiterlichen Teil des Kurses konzentrieren.

Der Samstag begann mit einer Einheit Theorie, insgesamt waren wir 6 Teilnehmer, ganz unterschiedliche Pferde, unterschiedlich weit ausgebildet, es war immer interessant, bei den anderen Reiteinheiten zuzusehen.

Samstag ritt jeder Teilnehmer zwei Mal je 30 min, wobei einmal auch gefilmt wurde zwecks Sitzanalyse. Ich habe mir auch wieder einmal vorgenommen, mich auch daheim öfter filmen zu lassen, man sieht und lernt soviel, wenn man seinen eigenen Sitz anaylsiert, aber meist siegt doch die Bequemlichkeit.

Baron war für seine Verhältnisse sehr, sehr ruhig, dies war natürlich auch auf seine Begleitung, die schicke Vollblutstute "Fire" zurückzuführen.

So konnten wir von Anfang an konzentriert arbeiten. Bei der ersten Einheit wurde der Ist-Stand überprüft. Im Schritt wurde das Pferd mit einem Wechselspiel aus Volten und geradeaus, daraus Schenkelweichen und wieder geraderichten gelöst. Auch das Schulterherein wurde abgefragt, ohne über die äußere Schulter auszubrechen. Das Halten im Seitengang ist eine sinnvolle Überprüfung der Balance.

Im Trab mussten wir wieder flott vorwärts reiten, damit Baron sich im Rücken löst, er klemmt gerne nach konzentrierter Schrittarbeit, packt sich zusammen, aber ein Vorwärts – vor dem Schenkel – muss immer möglich sein. Das ist unsere größte „Baustelle“, an der wir arbeiten.

Schenkelweichen über die Diagonale zur Verbesserung des Zusammenspiels innerer Schenkel – äußerer Zügel sind sehr hilfreich.

Baron reagiert sehr sensibel auf meine Gewichtshilfen, wir müssen also öfter weg von der Bande, auf die Mittellinie und sehr gerade reiten, immer wieder mit Volten abwechseln. Das Pferd mit meinen Hilfen einrahmen.

Auch der Galopp wurde natürlich begutachtet, hier sterben wir lieber „in Schönheit“, Baron galoppiert fein aus dem Schritt an, aber ein Vorwärts ist hier nicht möglich, das ist aber eine Kopfsache von mir. Es ist für seine Klemmigkeit sehr wichtig, ihn richtig vorwärts zu galoppieren.

Die Galopparbeit habe ich mir für die zweite Einheit am Nachmittag vorgenommen. Es kostete mich etwas Überwindung, in einer fremden Halle, aber wie immer war Baron in solchen Situationen ein absoluter Gentleman und war danach gerade wohl erst richtig warm.

Wieder war es ein Wechselspiel aus Seitengängen und einem flotten Vorwärts. Der Trab hat sich verbessert, der Galopp wurde mir sehr an’s Herz gelegt, auch ich finde den Galopp sehr wichtig, deshalb werde ich in Zukunft mein Augenmerk darauf legen.

Am Abend wurde unser Sitz anhand der gefilmten Einheiten analysiert, ich bin relativ zufrieden, zu verbessern gibt es immer etwas, man lernt nie aus.

Am Sonntag ritt ich als erste, die Trainingsbedingungen bei Birgit und Herbert Huber in Eschlberg sind genial, der „Grüne Sand“ in der Halle ist ein Traumboden. Auch war es in der Früh sehr ruhig, somit stand einem konzentrierten Arbeiten nichts im Weg.

Schon beim Aufwärmen forderte ich ein flottes Vorwärts und galoppierte Baron locker ab. Und wieder hatte Sebastian recht, es tut dem Pferd sehr gut. Der Reiter muss sich nur überwinden.

Im Schritt erarbeiteten wir wieder Schenkelweichen, Schulterherein. Baron lauert dann geradezu, hier ist das Vorwärts immer wieder zu fordern, damit sich der Gang im vollen Maß entfalten kann und das Pferd im Laufe der Ausbildung konstant vor dem Schenkel und am Gebiss ist.

Baron’s Marotte, am hingegebenen Zügel abzutauchen, konnte ich durch Konsequenz während des Kurses schon gut korrigieren, auch hier zeigt sich, dass Pferde sehr schnell auf konsequente Arbeit reagieren, auch wenn es doch mal anstrengend ist.

Die Galopparbeit wollte ich noch einmal forcieren und es machte richtigen Spaß. In nächster Zeit werden also viele Übergänge auf dem Trainingsplan stehen, auch innerhalb der Gangart. Übergänge aus einem Seitengang in die nächsthöhere Gangart helfen mir auch, Baron mehr zu lösen.

Travers wurde dann noch kurz überprüft, hier bemüht sich Baron sehr, ist in Ordnung, ich bin sehr zufrieden.

Mein Pferd ließ sich während des Kurses immer mehr auf die Arbeit ein, schnaubte schon beim Aufwärmen ab und war engagiert, besser kann man es sich nicht wünschen.

Sebastian war gewohnt souverän, trotz der langen Kurstage bei jeder Einheit voll bei der Sache und gab sich sehr viel Mühe. Wie immer beantwortete er alle Fragen und ich konnte sehr viele gute Ansätze für die Arbeit zu Hause für mich mitnehmen. . Er gab mir auch den richtigen Schubser in Richtung Galopparbeit. Bis zum nächsten Mal haben wir also genügend Hausaufgaben, die Fortschritte sind da, wir sind auf dem richtigen Weg.

Wir freuen uns schon auf das nächste Mal!

 

 

War beim Kurs immer für einen Lacher gut...

 

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