Heute war es soweit, die erste Morgenarbeit 2007 von Zentaurus fand in Steyr statt.
Bei strahlendem Sonnenschein und fast sommerlichen Temperaturen hatten sich viele lernwillige Pferdefreunde eingefunden.
Pünktlich um halb 12 begann die öffentliche Arbeit von Frau Mag. Görlich-Erler und Sebastian Görlich.
Sebastian Görlich stellte eine 8jährige Westfalenstute vor, die erst seit Kurzem in Beritt ist. Durch frisches Vorwärts lernt Fee sich zu strecken und zu dehnen. Auch erste Seitengänge und Übertreten fördern die Beweglichkeit der Stute und ihr Zungenfehler wird sich sicher bald geben.
Die Stallbesitzerin der Reitanlage Wild ritt ihren 13jährigen Österreichischen Warmblutwallach Fiasko, der in der Vergangenheit nicht einfach war. Doch seit er in Beritt von Zentaurus war bzw. seine Besitzerin nach den Prinzipien der ganzheitlichen Ausbildung arbeitet, bietet er sich an und trotz seiner Größe strahlt er eine Leichtigkeit aus. Vor allem seine Verstärkungen gefielen mir sehr gut, noch sehr selten sieht man ein korrekt "fliegendes" Pferd, das auch die Nase im Mitteltrab vorstrecken darf.
Generell ist das Nachgeben ein sehr wichtiges Thema bei Zentaurus. Ebenso wie das individuell auf das Pferd abgestimmte Vorwärts, das die Seitengänge immer wieder auflockert.
Das Übertreten macht die Lendenpartie und Hüfte beweglicher, gemeinsam mit den Seitengängen wird das Pferd geradegerichtet und bereitet die Versammlung und Hankenbug vor.
Heidrun Görlich-Erler ritt den PRE-Hengst Nevado, der auch sowohl im Vorwärts in der Dehnungshaltung als auch in den verschiedensten Seitengängen wie Schulterherein oder Travers gearbeitet wurde. Seine Piaffe ist schon sehr ausdrucksstark und lässt auf eine große Zukunft hoffen.
Romeo, auch ein PRE, wurde am Kappzaum an der Hand vorgestellt. Sebastian Görlich zeigte hier, wie junge Pferde an die Arbeit herangeführt werden und auch weiterführende Handarbeit wie Piaffe und Spanischer Schritt. Auch das Longieren wurde gezeigt, wobei Zentaurus - wie viele Klassiker -auf Hilfszügel jeglicher Art verzichtet, damit sich das Pferd ausbalancieren kann und eine Selbsthaltung findet.
Hoggar, ein 18jähriger Lusitanohengst wurde von Frau Mag. Görlich-Erler unter dem Sattel gezeigt. Dieser Hengst ist bis zur Hohen Schule ausgebildet, wobei er aus Zeitgründen bei der Vorbesitzerin drei Jahre auf der Koppel stand. Der imposante Braune steht auch als Lehrpferd zur Verfügung.
Als Abschluss ritt Sebastian Görlich seinen 8jährigen Lusitano Samurai. Hier wurde er von seiner Frau vom Boden aus unterstützt, die den Wallach in den Galopppirouetten und in den Seitengängen touchierend unterstützte.
Untermalt wurde die öffentliche Morgenarbeit von einer PowerPoint-Präsentation, die die theoretischen Zusammenhänge von Gymnastizierung und Gesunderhaltung des Pferdes veranschaulichte.
Mir fiel positiv aus, dass das Ehepaar Görlich sehr natürlich auftritt. Sie sehen ihre Vorführung nicht als Show und genau das kommt auch so rüber. Heute habe ich ehrliche und reelle Arbeit am und mit dem Pferd gesehen und das ist mir immer wieder einen Besuch wert.
Zentaurus
(Fotos stammen von der Morgenarbeit im September)