Der erste Eindruck ist sehr gut. Lederqualität beurteile ich auf jeden Fall positiv. Die Sitzfläche ist mit Dekonähten versehen und die Gurtstrupfen sind mit Nylon unterlegt und somit stabiler. Die Steigbügelaufhängung ist eckig und sowohl für englische (schmale) als auch für breite Westernfender geeignet.
Mein Pferd hat eine sehr kurze Sattellage, aber sonst keinen problematischen Rücken: mäßiger Widerrist, sehr gut bemuskelt und wenig geschwungen.
Wichtig ist, dass man die Steigbügelschnalle nach unten zum Bügel schiebt, damit man auf keinen Fall eine Druckstelle produziert. Auch ist diese Art der Verschnallung für den Reiter bequemer, da auch nichts am Oberschenkel drücken kann. Am Vorder- und Hinterzwiesel - die man mittels Reißverschluss öffnen kann - sind Formteile aus Fiberglas enthalten. Das hintere Teil entfernte ich und ersetzte es durch ein zugeschnittenes Schaumstoffteil, um einen ev. Druck zu minimieren. Die neuen Barefoots haben in der hinteren Tasche schon ein Formteil aus elastischem Material.
Dieser Sattel kann auch auf der Schulter gesattelt werden, da sich nichts auf oder hinter der Schulter festziehen kann. Hier kommt es auf die Sattellage bzw. Gurtenlage individuell jedes Pferdes an.
Der Sattel sollte in der Waage liegen, was bei meinem Pferd zB nicht möglich war, da er eine kurze Sattellage hat und somit der Barefoot vorne am Widerrist liegt. Den weit hintenliegenden Schwerpunkt könnte man abmindern, indem man ein Keilkissen hinten einlegen würde. Dadurch, dass ich das vordere Formteil gegen das breite austauschte, kommt der Sattel annähernd in die Waage, wobei der Widerrist trotzdem frei bleibt.
Das Sitzgefühl hat mich sehr überrascht, ich saß sehr nah am Pferd, bekam auch meine Schenkel gut an das Pferd. Man spürt alle Bewegungen, genau so spürt natürlich das Pferd alle Bewegungen.
Da man beim Barefoot keine Hilfen im Sinn von tiefem Sitz oder Pauschen hat, verlangt dieser Sattel einen ausbalancierten, zügelunabhängigen Sitz.
Mich hat überrascht, wie sicher ich in dem Sattel saß. Selbst, wenn mein junges Pferd Freudenhüpfer veranstaltete, immer hatte ich ein sicheres Gefühl.
Aufgestiegen bin ich immer von meiner Aufsteigehilfe aus. Das mache ich sowieso, dem Rücken des Pferdes zuliebe, aber auch, damit der Sattel nicht zu sehr verrutscht.
Bei diesem Sattel ist es wichtig, dass man mit einer Spezialdecke eine Wirbelsäulenfreiheit schafft. Dazu benutzte ich eine Equitex-Decke, speziell für baumlose Sättel entwickelt. Mein Pferd hatte von Anfang an ein perfektes Schwitzbild, durchgehend nass, Wirbelsäule trocken und frei.
Die neuen Barefoots sind unten nun unterpolstert und bilden somit schon eine geringe Wirbelsäulenfreiheit. Eine polsterbare Spezialdecke ist aber trotzdem notwendig.