Moshe Feldenkrais

Training mit Köpfchen!
Jedes Training muss individuell auf das jeweilige Pferd abgestimmt sein.
Manche Pferde machen die meisten Forschritte, wenn sie täglich, aber wenig im Training gehen, andere benötigen mehr freie Tage.
Die besten Erfolge erziele ich bei Baron mit je 5 Trainingstagen pro Woche.
Eine Trainingseinheit besteht immer aus dem Aufwärmen an der Hand und zwischen 30 bis 45 min konzentrierter Arbeit. Oftmaliges Ändern der Form und des Rahmens fördern eine funkionstüchtige und kräftige Muskulatur und Dehnung der Oberlinie.
Gerade bei temperamentvollen und nervigen Pferden mit einem großen Arbeitswillen helfen aber auch Einheiten, in denen man explizit an einer Übungsabfolge arbeitet und sich nur darauf konzentiert. Somit kommen sie zur Ruhe. Die Kunst ist es, diese Gratwanderung zwischen konsequenter Arbeit und Abwechslung zu bewältigen.
Vor jeder Einheit muss sich der Reiter, der ja gleichzeitig der Ausbilder seines Pferdes ist, überlegen, in welche Richtung das Training heute gehen soll. Ruhige Schrittarbeit mit viel Biegungen, viel Vorwärts oder auch vermehrt Galopparbeit - ein Konzept muss vorhanden sein.
Anfangs hat mir das Führen eines Ausbildungstagebuches sehr geholfen, in dem ich meinen "Roten Faden" niederschrieb, sowie lang-, mittel- und kurzfristige Ziele. Auch nach der Trainingseinheit ein kurzes Reflektieren ist sinnvoll.
Ansonsten kann es schnell passieren, dass man sich in Etwas verrennt oder gewisse Sachen vernachlässigt.
Auch macht es sehr viel Freude, nach Jahren der Ausbildung die erste Zeit des Trainings nachlesen zu können, und somit hat man die Fortschritte auch schwarz auf weiß.
Wichtig ist mir auch die Geländearbeit, die Umgebung bei uns im Stall bietet sich sehr an, wobei ich zugeben muss, am meisten Spaß habe ich in der Halle bei der konzentrierten Arbeit, aber auch das Gelände ist nicht zu vernachlässigen. Ein begeisterter Ausreiter werde ich aber wohl nicht mehr.
Die beiden freien Tage lege ich derzeit auf Montag (nach dem meist arbeitsintensiveren Wochenende) und Donnerstag. An diesen Tagen steht nur ausgiebiger Koppelgang auf dem Programm, wie an allen anderen Tagen auch.
Generell entscheidet immer die Tagesverfassung des Pferdes über die Möglichkeiten des heutigen Trainings. Es gibt Tage, an denen die Laune von Baron schlecht ist oder es in der Nacht auf der Koppel sehr spannend war..., dies kann verschiedenste Gründe haben, Pferde sind ja auch nur Menschen...;)
Hier schraube ich das Training bzw. die Anforderungen auf ein Minimum herunter oder tausche auch einmal gegen einen freien Tag, Zwang ist hier fehl am Platz, dies ist mein Privileg als Freizeitreiter, müssen tun wir erst einmal gar nichts.
Ein lockeres Longieren baue ich je nach Gefühl in das Training ein, am Kappzaum ohne Hilfszügel. Auch als Überprüfung der Rücken- und Hinterhandtätigkeit finde ich das Longieren sinnvoll, da man hier das Pferd von unten in der Bewegung am besten beurteilen kann.